
David Hockney ist gestorben.
Er war einer der einflussreichsten Künstler dieses und des letzten Jahrhunderts. Bekannt für seine “sunny and sexy” Motive, seine unvergleichlichen Looks, dafür, im Rentenalter die Digitalisierung umarmt und auf dem iPad gemalt zu haben.

Vor ein paar Jahren hat er Sven Michaelsen ein Interview gegeben. Eine Stelle daraus ist mir besonders im Kopf geblieben:
Werden Sie nach der Höhe Ihres Vermögens gefragt, winken Sie ab und sagen, Geld interessiere Sie nicht, da Sie schon mit Mitte 20 „restaurantreich“ gewesen seien. Was meinen Sie mit diesem Begriff?
Ich aß jeden Tag in Restaurants und war nicht gezwungen, das billigste Gericht auf der Karte zu bestellen. Wenn mir nach Hummer und Kaviar zumute war, bestellte ich eben Hummer und Kaviar. Deshalb fühle ich mich schon seit 60 Jahren reich. Seit Anfang 20 verbringe ich jeden Tag meines Lebens exakt so, wie ich es will. Wie viele Leute kennen Sie, die das von sich sagen könnten?
In diesem Sinne: Heute ist ein guter Tag, um sich in das Museum zu begeben, das Google Images ist, und dort in Hockneys Kunst einzutauchen. Viel Spaß!
Offline-Leben
„Ich will nicht übergriffig sein“, sagt ein älterer Mann zu M. und zeigt auf dessen Verlobte, „aber diese Frau, die sollten Sie in Öl malen!“
Vier Mal blonde Locken hängen knapp über dem See. A. und E. und G. und M. liegen bäuchlings auf dem Steg und schauen konzentriert in das klare Wasser unter ihnen. Federn Fischen, großes Geschrei.
Die buttergelbe Tea-Room-Toilette mit den Rüschengardinen im Cornwall ist „twinned“ mit einer Toilette im Kongo, die der hiesige Rotary Club gesponsert hat. Ich sitze da, schaue auf das gerahmte Foto von dem Bretterverschlag in Afrika und stelle mir vor, es wäre ein Portal. Globalisierungskoller.
Sich vor 20 Jahren schon mal gesehen zu haben (und seitdem nicht mehr) führt zu einem erstaunlich großen Vertrauensvorschuss. Vor allem auf Hochzeiten.
Apropos Hochzeiten: Hier wird erklärt, wie ihr euch da anziehen solltet, Männer!
Das Schöne an „Shrinking“, realisiere ich erst in der Mitte der neuen Staffel, ist doch, dass da erwachsene Freunde so sehr einen Alltag miteinander haben, dass sie zu den unmöglichsten Uhrzeiten plötzlich in der Küche des jeweils anderen stehen.
Déjà-vu in der Heimat: Als ich Teenagerin war, kam mein Vater jeden Samstag Morgen um neun (!) in mein Zimmer und drehte das Radio auf, um mich zu wecken. Meinen Eltern war wichtig, dass wir zusammen frühstücken. Heute schläft er selbst viel länger! Aber ich kann es ihm heimzahlen. Noch eingekuschelt im Gästebett wähle ich am Handy die Bluetooth-Box in seinem Zimmer aus.
Im Restaurant bestelle ich ein Gericht, das es so nicht auf der Karte gibt. „Nur, wenn das geht, ich will’s nicht verkomplizieren.“ – „Ach was“, antwortet der Kellner, „das Leben ist schon kompliziert, ich bin bereit!“
Day Drinking, Evening Thinking
Diesen Film habe ich bestimmt nicht ganz verstanden, aber trotzdem sehr gefühlt. (Außerdem bedient er hervorragend mein Faible für die Interiors von Intellektuellen.)
„Ich bin so froh, dass du so bist, obwohl du bist, wie du bist!“
In der vollen Kellerbar: Der berühmte Schriftsteller sagt, ich solle ein Buch schreiben. „Nee, kein Sachbuch“, ruft er mir ins Ohr, „eins wie diese Schnipsel, die du immer postest!“ Ein Buch aus Schnipseln. Geht das überhaupt?
Ich darf abends kein Tiramisu mehr essen. Ich darf abends kein Tiramisu mehr essen. Ich darf abends kein Tiramisu mehr essen. Denke ich, als ich um Mitternacht mit Herzklopfen im Bett liege.

Hab ein schönes Wochenende!
Deine Eva
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